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KLANGSKULPTUR // AUFTRAG FÜR CHAMBERBRIDGE DUO // 2010

a long moment (of pleasure)

Klangskulptur für zwei Stimmen, Mischpultspieler und Tape. Entstanden als Kompositionsauftrag im Rahmen des Austauschprogramms FRONTIERS 2010.

»… / and down / and further down and down / … / off-kilter dripping deep / … / on the caught samples singing it all away / catching the shimmer / the final crackle of silence / holding, releasing / dissolving«
(Jeff Noon: needle in the groove)

A long moment (of pleasure) ist eine sich langsam entwickelnde «Klangskulptur». Zwei Stimmen und zwei rohe Sinustöne bewegen sich entlang zufällig ausgewählter Töne der Obertonreihe. Das techni-sche Setting ist banal: Für jede Sängerin ein Mikrofon, dessen Signal über ein Mischpult auf zwei Lautsprecher geschickt wird. Nur lässt das Mischpult nicht eine permanente Verstärkung der Stim-men zu, sondern dient vielmehr als weiteres Instrument, von einer dritten Person gespielt. Auf diese Weise werden die gesungenen Töne rhythmisch strukturiert. Die Partitur für das Ein- und Ausschalten der Mischpultkanäle – nicht mit den Frauenstimmen und Sinustönen synchronisiert – ist zufallsgene-riert mittels eines algorithmischen Systems, das Abstände von Primzahlen-Länge generiert. Dazu kommt eine Zuspielung, die ein Kontrapunkt gegen die Gesangsstimmen setzt. Die Grundlage für die Zuspielung sind Sinustöne in der gleichen Tonalität wie die Gesangsstimmen (Obertonreihe in E). Auch innerhalb der Zuspielung findet ein «Gate», also eine Schalterfunktion statt. Jedoch funktio-niert das Gate hier anders, es ist nicht ein Öffnen und Schliessen der Verstärkung (d.h. der Sinustö-ne). Das Gate findet seine Entsprechung vielmehr in der Verdopplung und Verdreifachung der zuge-spielten Sinustöne. Durch leichte Verstimmungen und teilweise Transposition auf- und abwärts in der Naturton-Skala entstehen Schwebungen und reiche(re) Spektren. Es existieren 7 verschiedene Tapes, aus denen für jede Aufführung zufällig eines augewählt wird. A long moment (of pleasure) ist ein Nachdenken über die Wahrnehmung von Zeit, von harmonischen Verknüpfungen und über das Verflechten von menschlichen mit elektronischen Klängen.

Gesang: Lara Bruckmann und Eva-Maria Zimmermann
Mischpult: Evelyn Ficarra / Marcel Saegesser

Aufführungen
- 5. Mai 2010, University of California, Berkeley
- 9. Mai 2010, Old First Concerts, San Francisco
- 15. Mai 2010, Trinity Chamber Concerts, Berkeley
- 16. Mai 2010, Portola Valley Presbyterian Church
- 21. Aug 2010, Zingghaus Köniz, Bern

Pressebericht von Benjamin Frandzel
«A work that was a shift in both instrumentation and style was Marcel Saegesser’s A long moment (of pleasure) for two female voices, mixing-desk player, and tape. With Zimmermann leaving the keyboard altogether and joining Bruckmann in singing, the two performers onstage mainly produced long-held pitches that were couched in an ambient, arrestingly lovely electronic environment handled by Ficarra and Yamasato. Calling to mind the patient approach of LaMonte Young’s long-tone pieces, this was a welcome departure from the busier and more densely written works on the rest of the program.»
(aus: San Francisco Classical Voice, «Old First Concerts», 9. Mai 2010)

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longmoment